Adieu China

Der Wecker klingelt… piepst… surrt… Kann Nadine das Ding nicht endlich aus machen. Das waren meine ersten Gedanken an dem Morgen als wir China verliessen.

Nach einem Frühstück im Hostel machen wir uns auf den Weg zum Passenger Terminal der Fähre. Einchecken von 09:30 bis 14:00. Da uns die Dame, welche uns die Tickets besorgt hat(via Globetrotter gebucht) darauf hingewiesen hat, dass wir nicht erst um 13:00 einchecken sollen („Das ist ein grosses Schiff mit sehr vielen Leuten die viel Gepäck haben“) sind wir gegen 11:00 da. Zu unserem Erstaunen treffen wir nur ca. 10 Leute an, welche im Warteraum sitzen.

Gut wir gehen zum Schalter. Die Dame verlangt unsere Tickets und Pässe. Wir bekommen ein anderes Ticket auf welchem nun die Boarding Time drauf steht und die Zimmernummer. Ich schaue mir das Ticket an… Boarding erst ab 14:30!! Ahhh ich dreh durch.

Gut. Setzen wir uns mal hin. Ich schaue auf die Uhr.. 11:05. Scheisse. Ich packe mein iPhone, starte die Kindle App und lese „Inferno“ weiter. Als der Nacken zu schmerzen beginnt schaue ich wieder auf meine Uhr… 11:09. SCHEISSE.

Nadine rutscht schon ganz ungeduldig auf ihrer Sitzgelegenheit herum. Ich schaue sie an. Da kommt wie aus einer Kanone geschossen: „Wa mache mer“?

Trotz Rucksack mit Rollen (Danke Flori, dass hat mich schon ein paar mal von einer Depression bewahrt) bin ich nicht in der Stimmung irgend wo hin zu laufen. Ich schaue auf die Uhr 11:10 … SCHEISSE.

Ich schaue wieder zu Nadine und sage mit bösem Blick, kurtz und knapp: „Kaffe“? Nadine: „Oke, ich gang mol go luege wo Büs fahre“. Und sie zieht los…

Nach gefühlten zwei Stunden ist sie zurück. Ich schaue auf die Uhr 11:15 … SCheis… Okay lassen wir das. Sagen wir es einfach so, ich bin nicht extrem gut gelaunt.

Nach dem wir mit dem Bus Richtung Stadtzentrum, 15 min gelaufen, meine Stimmung weiter gesunken, Kaffee getrunken und Nadine dem Taxifahrer die neuen schneeweissen Sitzbezüge versaut hat, sind wir um 14:00 wieder am Terminal.

2013-05-24 14.28.41Ab da geht es schnell. Massenweise fahren Busse heran. Chinesen steigen aus mit Gepäck in Kartonschachteln, Tüchern, kaputten Koffern, etc. An der Spitze immer ein Reiseleiter. Sobald die Gruppe in der Wartehalle ist, formiert sie die Reiseleiterin zu einer Kolonnen. Ich sag’s euch, meine Stimmung steigt… Denn das ist ein Schauspiel. Um 14:30 tut sich was. Es werden erste Einzelpersonen zum Zoll durchgelassen. Wir versuchen auch rein zu kommen. Abrupt verfliegt unsere Freude. Wir werden zurück an den Schalter geschickt. Was ist das Problem? Eine Chinesin sagt auf englisch 60 Yuan. Wir fragen für was, sie zeigt auf die Glasfront auf der 30 Yuan pro Person steht. Wir fragen wieder… FOR WHAT? Sie nimmt einen Taschenrechner tippt 60 ein und sagt noch lauter 60 Yuan. Ich fluche sie auf Deutsch an und gebe ihr das Geld. Mittlerweile ein heilloses Gedränge und Gerufe vor dem Einlass. Ich habe nun die Schnauze voll gehe zur Abschrankung schiebe sie auf und wir schlüpfen hindurch. Drücken der Security die Quittungen in die Hand und sind vor der Sicherheitsüberprüfung.

Die Zollformalitäten gehen rasch und unkompliziert voran. Wie auch das Boarding. Das Zimmer ist voll Okee. Wir sind also an Bord. Erkunden das Deck und ich schiesse ein paar Bilder. Da plötzlich ein Knurren! Wie verdutzt schaue ich zu Boden. Da merke ich, dass Geräusch kommt aus mir. Ich schaue auf die Uhr: 18:02. Hunger! Nadine macht sich auf den Weg um zu fragen ob sie auf dem Schiff Kreditkarten akzeptieren. Da wir nur noch 40 Yuan haben (dank der komischen Gebühr am Terminal).

Die Türe zum Zimmer springt wieder auf. Nadine betritt das Zimmer mit den Worten „die näme kei Kredidcharte, aber…“ sie hat zwei laminierte Zettel in der Hand. Ja genau, der Chinese laminiert auch gerne irgendwelche Zettel ein.

Der freuntliche Herr an der Reception hat ihr zwei Gutscheine für das Restaurant gegeben. Das beinhaltet Abendessen und Frühstück. Cool, gratis! Also machen wir uns auf was zu essen. Was sich als nicht mal so schlecht heraus stellte. Der Rest ist schnell erzählt. Nach der Bettruhe laufen wir Um 11:00 Uhr Morgens im Hafen von Incheon ein. Das ist ein Vorort von Seoul mit ca. 3 Milionen Einwohnern. Nach eineinhalb Stunden Metro und ein paar Minuten Fussmarsch sind wir im Hostel angekommen.

Adieu China und Wilkommen Südkorea.