Traumhaft, zerstört, grusig, wunderbar, freundlich, kühl, verschmutzt, erholsam, sehr nette Gesellschaft, Jungel, Rafflesia, Jungelhüte, Sonnenschein, Regen, Nebel, Plastik, Dünger und Pestizide, Gastarbeiter, Raya, Ramadanmarkt, Landrover so alt wie Opa, Bauruinen, Teeplantagen, Raya, Hochzeitphotos, keine Moskitos, grün, halsbrecherische Busfahrten, Cheesroti…..
Die Cameron Highlands werden als kühles Paradies mit Teeplantagen, Gemüsebau und mit dem artenreichen Regenwald angepriesen. Diese Tage waren in der Tat die kühlsten seit Monaten. Wir genossen es sehr nicht auch in der Nacht schwitzen zu müssen. Wir verbrachten 3 Tage hier imParadies oder Hölle der Zerstörung. Denn Beides ist hier sehr nahe beieinander. Doch dazu komme ich noch.
Wir reisen von Melaka in die Cameron Highlands mit einem ungewollt längeren Umsteigestop in Kuala Lumpur, weil wir zwei Mal am falschen Busterminal waren 🙂 ja ja auch wir Füxe sind mal falsch:-) Die Busfahrer spinnen auch hier und fahren wie vom Teufel persönlich gejagt die schmale Bergstrasse rauf nach Tana Rata. Am 1. Tag wechseln wir wie geplant vom B&B ins Father’s Guesthouse und unternehmen dann am Nachmittag einen Jungelwalk auf eigene Faust. Dabei schwitzen wir wieder wie gewohnt. Ich geniesse es jedoch sehr, der Wald ist so total anders als bei uns und obwohl wir ganz nahe an den Häusern sind fühle ich mich weit weg von jeglicher Zivilisation. Im Guesthouse sagen sie uns, dass gerade wieder eine Rafflesia am blühen sei und wir sie mit einer Tour sehen könnten. Wir entscheiden uns dafür, wann sieht man sonst je die grösste Blume der Welt. Ich bin voller Vorfreude.
Am nächsten Morgen geht es los zur grossen Blume, wir schlemmen auf dem Weg noch ein Cheesroti und voilà der Minivan holt uns mit der pünktlichen Verspätung ab. Unser Fahrer mit milchigen Augen und einer leicht verzögerten Reaktionsfähigkeit fährt uns über eine Stunde durch die Täler. Die Talseiten sind mit Gewächshäusern, auf in den Berg geschlagenen Terassen, übersäht. Riesige Flächen sind vom Regenwald gerodet und weisen riesige Erosion auf und die Flüsse sind mit Abfall und unmengen von Plastik verschmutzt. Schön wie angepriesen? Nein, abstossend traurig wahnsinnig trifft für mich zu. So sind wir schon etwas aufgebracht als uns der Fahrer an einer Kreuzung wo bereits 3 andere Minivans stehen absetzt. Der Guide begrüsst uns im stagato Englisch. Und macht allen klar, dass wir nicht bei einem netten Spaziergang dabei sind. Denn der leichte Jungelwalk wird pro Weg 2 Stunden dauern und wir müssten schnell gehen, weil ein Teil der Gruppe eine Ganztagestour gebucht habe und danach noch vier weitere Stationen vor sich habe. Kann ja nicht so schlimm werden denk ich mir, da mich die Menschenmenge eher an eine Radiowanderung erinnert als an eine spezielle Blumentour. Auf die Plätze fertig und loos! Der Jungelrun beginnt, keine Zeit um gross nach links und rechts zu sehen, das Tempo ist mehr Joggen als Gehen und bald sind die Chinesen und Kinder abgehängt. Ich schwöre mir schon hier, dass ich nie mer an einer solchen Touritour mitmache und mich mit 50 Anderen durch den Tschungel treiben lasse. Aber es kommt noch besser. Wie ich schon befürchtet habe sind wir nicht die einzige Gruppe am Schauplatz. Wir stehen eine halbe Stunde an, um dann zum Fototermin next to the Refflasia geladen zu werden. Wir lehnen dankend ab und nehmen uns die Zeit (30s) um die Blume mal richtig, etwas genauer an zu sehen. Sie ist wahrlich beeindruckend gross und fleischig in ihrem Aussehen. Doch die anderen Touris drücken schon in meinem Rücken…. Die Meisten setzten sich hinter die Blume werden vom Guide fotographiert und weiter gehts. Wissen die am Abend noch was sie eigentlich besucht haben? Ich jedenfalls bin völlig desilusioniert von einer seltenst zu sehenden Blume, denn hier blüht übers ganze Jahr immer eine der 37 und der Touristrom gleicht dem Massentourismus sehr. Item, wir kriegen auf dem Rückweg frisches Wasser aus dem Bambusrohr zu trinken, was mich doch fasziniert. Wohl das erste Wasser hier das nicht Nestlè auf dem Etiket Stehen hat. Das Fazit? Faszinierende Blume, Touristrip for Dummies ist nix für mich.
Wir treffen unsere Mitbewohner von Malaka wieder und verbringen mit ihnen und einer weiteren Bernerin einen sehr lustigen Abend. Super Abschluss vom eher entäuschenden Tag.
Am 3. Tag besuchen Raya und ich die berühmten BHO Teeplantagen wieder auf eigene Faust. Marc hat heute frei von uns 🙂 wir nehmen der öffentlichen Bus um möglichst nahe zum Tal zu kommen und wandern dann zur Plantage. Sie ist wie angepriesen sehr chön. Die Hügel leuchten in verschiedenen Grüntönen und wirken sehr friedlich. Im Teehaus mitten in den Plantagen löschen wir unseren Durst und geniessen die Aussicht. Auf dem Rückweg schiessen wir hunderte Fotos fürs Album und winken den grüssenden Lastwagefahrer zu und auch den vorbeifahrenden Touriminivans. Denn wir sind sooo froh individuell hier zu sein 🙂
Das Essen hier ist lecker! Dank dem Ramadan ist im Dorf ein Markt wo verschiedenste Leckereien verkauft werden. Wir geniessen zweimal die Auswahl von Satay zu Süsskartoffelsamosa bis hin zur noname Roti Ommelette. Daumen Hoch für den Ramadan!
Am nächsten Morgen geht es weiter an die Ostküste nach Kala Besut und von dort mit dem „Chlapperbus“ mit nicht funktionierendem Tacho, Tankanzeige usw. Und offenen Türen für gute zwei Stunden nach Kuala Terengganu.
