Great Ocean Road

Auf unseren Sackmessern steht „reise nicht um anzukommen, reise um unterwegs zu sein“. Ich habe diesen Ratschlag noch nie so fest gelebt wie auf dieser Fahrt von Perth bis Melbourne. Fast jeden Tag sind wir mit unserem Heim weiter gefahren und haben teils riesige Strecken zurückgelegt. Dabei sind wir vielen Landschaften, geraden Strassenabschnitten und immer wieder diese pensionierten Australier mit ihren Wohnwagen begegnet. Alle wussten etwas zu berichten und zu fragen. Ein geschwätzige Generation und Volk!

Neben den gesprächigen Pensionären hat mir der Abschnitt der Great Ocean Road am besten gefallen. „Sie windet sich entlang einer spektakulären Küste, durch satten Regenwald und unter riesigen Eukalypten hindurch und ist unbestreitbar eine der eindrucksvollsten Küstenrouten weltweit.“ So wird die 1919 und 1939 von 3000 aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten erbaute Strasse in einem Reiseführer beschrieben. Was ich nur unterstützen kann.

Wir haben für diesen relativ kurzen Abschnitt unseres Roadtrips von Allansford nach Geelong genügend Zeit eingeplant und haben dafür vorgängig immer etwas längere Strecken zurückgelegt.

Und was macht Petrus?

Er schickt uns eine Woche Regen und kalte Themperaturen. Aber wisst ihr was: „Diese Strecke ist auch dann noch schön“.

Ich kann mir nur vorstellen wie atemberaubend dieser Küstenabschnitt sein muss wenn die Sonne scheint! Ich entwickle dabei eine recht grosse Antipathie mit dem grausamen Wettergott.

Der wilden Küste entlang, im Gebiet der 12 Appostel, lockt alle paar hundert Meter ein Schild mit einem weiteren Lookout und Walk zu den Klippen. Wir geben uns die volle Dosis und fahren bei jedem Schild raus. Es tobt die Brandung an den Limestone und formt immer wieder eine neue Küstenlinie. Diese zeigt sich als gerade abfallende Kliffs, riesige Höhlen, vorgelagerte fast filigran aussehende Steinsäulen und gewalltige Steinbrücken.

Später fahren wir durch nebelverhangenen Eucalyptuswald. Hier sehen wir auch den Koala in der Wildnis. Zuerst kreuzt einer vor uns die Strasse und beobachtet uns vom rettenden Baum genauso interessiert wie wir ihn. Später beim Keneth River treffen wir dann eine ganze Schar. Sie schlafen in Astgabelungen und lassen sich vom starken Regen nicht iritieren. Sie sehen etwas begossen aus, doch so relaxed wie sie alle als Wollknäuel in den Bäumen sitzen stört sie das Wetter weniger als mich.

Fazit dieser Woche, ich hasse kaltes Wetter, Autofahren macht Spass und Tiere in der Wildnis sind famos im Speziellen der gemütliche Koala.

Der müde Koala