Jogjakarta

Zwei bis drei Tage wollten wir in Jogja bleiben. Daraus wurde eine Woche. Ja, Jogja hat einiges zu bieten und eine Bauchgrippe brauchte auch zwei Tage um auskuriert zu werden. Wir kamen mit dem Zug an. Die Reise im Zug war ein Erlebnis für sich. Wir hatten die Economie Klasse und wir fühlten uns zurückversetzt in die Transsibierische. Wir teilen uns ein Abteil mit einer dreiköpfigen indonesischen Familie. Der Gang ist voll mit Händlern, die uns von Essen, Kaffe und Tee über Souveniers bis Hello Kitty Fächer verkaufen wollen. Die Klima funktioniert nicht und wir schwitzen wie selten zuvor. Unsere Abteilnachbarn zeigen uns dann auf welchem geringen Platz man sein Mittagessen aus dem Palmblatt essen kann. Auf einem Eisenbahnsitz der circa einem 1.5 SBB Sitz entspricht sitzen sich Mama und Papa im Schneidersitz gegenüber, Papa hat die kleine Tochter auf dem Bein und quasi zwischen ihren Füssen liegt das Bananenblatt mit Reis, Chicken und Sauce von dem sie alle Essen. Wir sind beindruckt 🙂

In Jogja angekommen gehen wir auf Zimmersuche. Ein gemütlich aussehender Vorgarten lockt uns an. Leider ist der Besitzer nirgends zu sehen. Doch wie überall in Java hat es immer ein Helfer der sich anbietet und dieser führt uns zum la Javanese Homestay. Super Unterkunft mit Blick über die Dächer unseres Quartiers, eigenes neu renoviertes Bad. Was will man mehr.

Wir treffen hier die französische Familie Pierre, Sev und klein Max von Cianjur sowie Andrea und Marco wieder. So verbringen wir eine lustigen Abend alle zusammen mit Bier und einem Sprachenmix. Doch das Bier war wohl nicht nur gut, denn Marco und Marc bringt es eine Bauchgrippe! So verbrachten Andrea und ich den nächsten Tag mit Sightseeing in der Stadt.

Als alles wieder gut war, gehen wir den berühmten Prambanan Palast im Osten der Stadt ansehen. Wir trudeln in den Tag und so erreichen wir den Eingang im späten Nachmittag. Wie sich herausstellt genau richtig, denn die Stimmung ist wunderbar bei dem weichen Licht der untergehenden Sonne und es hat nur ganz wenige Besucher meist einheimische. So geniessen wir diese hinduistische Tempelbauten und fahren glücklich zurück ins Zentrum.

Den grössten buddhistischen Tempel in Java den Borobudur besuchen wir mit Pierre, Sev und Max. Am Morgen gehen wir in eine Dorf welches Keramik herstellt. Jedes Haus ist auf ein Gefäss oder Teller spezialisiert und die getrocknete Keramik wird im gemeinschaftlichen Freiluftofen zusammen gebrannt. Das nächste Dorf produziert Tofu. Zu unserem Erstaunen werden die dafür nötigen Sojabohnen aus den USA importiert, da diese billiger seien. Da verstehe einer die Wellt. Hier in einem staubig russigen Hinterhof mit geringster Infrastruktur wird der Tofu produziert und die Bohnen werden um die halbe Welt gekarrt weil sie billiger sind. Ehhh?

Den Lunch geniessen wir nach einer javanesischen Theatervorführung, wo alle Touris zur musikalische Untermalung beitragen mussten. Ich konnte als Zuschauer mit lachen, Marc war am Gong engagiert.

Dann ging es endlich zum Borobudur ebenfalls für den Sonnenuntergang. Dieser Tempel war mächtig gross und bietet einen schönen Ausblick auf die Umgebung. Der Borobudur ist in drei Etagen aufgebaut, welche die drei Stufen der Erleuchtung symbolisieren. Die obere Stufe zeigt glockenartige Steinskulpturen in deren Innerem jeweils eine Buddhastatue sitzt. Die Glocke steht für das gefangen sein im materialistischen und „realen“ denken was den Geist an der Erleuchtung hindert und somit auch vor dem glücklich, relaxed sein. Die oberste Stufe ist dann die Erleuchtung. Als letzte Besucher verlassen wir die Tempelanlage und sind völlig erschöpft von all dem gesehenen an diesem Tag.

Uups dieser Monolog ist mal wieder ausgiebig ausgefallen. Wohl weil die Woche mit Hochs und Tiefs recht intensiv war. Schön hast du bis zum Schluss durchgehalten.