Kurioses China

Ich bin nun 18 Tage in China und stelle fest, dass es einiges merkwürdiges gibt. Das fängt damit an, dass der Chinese immer zuerst drin, dran, drauf oder draussen sein muss und endet damit, dass sie in Reih und Glied mitten in der Fussgängerzone eine chinesische Macarena tanzen.

Dann habe ich auch das Gefühl, dass es ihnen je mehr gefällt desto mehr etwas stinkt. Es gibt da zum Beispiel in den Strassenkücken eine Spezialität die bestialisch stinkt.

Strassenküchen Peking

Das Aroma setzt sich in etwa wie folgt zusammen: Es schmeckt nach vergorenem, süsslich sauer wie ein hauch von Passionsfrucht. Darunter mischt sich der Geschmack von altem Fritieroel. Und dazu noch der Geschmack von einem toten verwesten Tier.

Diese Düfte verschmolzen mit den aktuellen Temperaturen (30 Grad) und Luftfeuchtigkeit ergibt es einen Geschmack der ‚den Chinesen‘ an die Strassenküche lockt. Mich zwingt das Ganze beim vorbeigehen meinen Atem für 30sec anzuhalten um den Brechreiz zu unterdrücken. Das wahnsins Zeug nennt sich offiziell „stinkie tofu“… Mmm lecker.

Zu der drin, drauf, draussen Sache.

Es ist ‚den Chinesen‘ extrem wichtig! Immer zuerst zu sein. Als Beispiel hier die U-Bahn. Grundsätzlich ist die U-Bahn gleich wie in anderen Ländern. Das bedeutet, dass es in einem Wagen ca. 20-25  Sitzplätze hat. Alles ganz normal. Doch ‚der Chinese‘ begreift nicht, dass es in einer prall gefüllten U-Bahn keine Sitzplätze mehr gibt. Egal. Es wir mitten vor die sich öffnenden Türen gestanden. Am besten die Nase möglichst nahe an die Scheibe gedrückt. Dazu noch telefonieren in einer Lautstärke, dass das Gegenüber wahrscheinlich Taub sein muss.

Die Türe öffnet sich und sofort wird hinein gestürmt (es ist für jeden normalen Menschen ersichtlich, dass ca. 20 Personen aussteigen möchten). So drängen Personen rein und raus. Wer mich kennt… kann sich nun etwa vorstellen wie ich mich fragend an den Kopf greife und die Welt nicht mehr so ganz verstehe. So.. Nachdem sich das ganze Schauspiel vollzogen hat, steigen wir ganz gemütlich in die U-Bahn ein. Ohne drängen und ohne Hektik. Nach ein paar Stationen fällt mir der Grund auf warum die Menschen in den Zug stürmen.

Die glauben wirklich es gibt noch Sitzplätze.

Nach dem sie nämlich rein gestürmt sind, suchen ihre Blicke alle Ecken des Zuges ab. Links, rechts, gerade aus…. kein Sitzplatz.

Das Haupt senkt sich und sie bleiben wie Salzsäulen versteinert stehen. Und wenn ich meine sie bleiben stehen, dann bleiben sie stehen. Denn Nähe kennen sie nicht. Da kann es gut passieren, dass sich jemand an dich schmiegt und dir seine Haare in den Mund steckt. Da ich solche Sachen sehr mag schmiege ich zurück.

U-Bahn ChinaSobald sich der Zug in Bewegung setzt, ertönt eine nette Stimme aus dem Lautsprecher.

Zuerst auf chinesisch, danach auf englisch: „Nächster Halt ‚East Nagming Road‘. Bitte machen Sie sich bereit um auszusteigen“.

Wieder gehen wellenartige Bewegungen durch die Menschenmenge. Da die nächste Station schon bald kommt (der Zug beschleunigt immer noch) muss man schon die Pole-Position haben für den Ausstieg. Hmmmmmmm…

Genau ich will ja nicht aussteigen. Die Menschen pressen sich an mit vorbei und quetschen sich vor die Schleuse. Das ganze Spiel geht von vorn los.

Wer mich kennt und weiss wie tolerant ich mit solchen Situationen umgehen kann, stellt sich jetzt sicher folgendes vor: „Marc möchte aus der U-Bahn (der Typ mit braunen Haaren, der einen Kopf grösser ist als die Menge) aussteigen. Die Türe öffnet sich. Marc möchte durch die Schiebetüre nach draussen. 10 Chinesen möchten gleichzeitig die U-Bahn stürmen ….

Quizfrage: Wie viele Chinesen sind im Zug bevor Marc draussen ist??

Es gibt aber auch die andere Seite. Und zwar : „Der Chinese der Extrem Chiller“.

Ich kan eigentlich nur auf das nachfolgende Bild verweisen. Da ist jedes Wort zuviel.

Der Chiller

Ein kleines Päuschen hier und da sei es auf dem Elektroroller oder in der Unterführung auf einem Liegestuhl.

Elektroroller ist auch ein gutes Stichwort. Es erstaunt uns immer noch wie viele Elektroroller, Elektroautos oder gar Elektrobusse unterwegs sind. In unserer Gegend hat man doch eher das Gefühl, dass die Batterien noch nicht so ausgereift wären. Ich denke von den Chinesen können wir in der Beziehung etwas lernen.

Leider gibt es auch hier etwas was einem richtig auf den Wecker geht. Und zwar wird gehupt… Das gibt es nicht. Nicht einmal unsere Nachbarn die Italiener hupen so oft. Uns wundert es, dass der Verkehr überhaupt funktioniert. In den grösseren Städten gibt es eigentlich immer Velo und Töffliwege, Fussgängerwege und natürlich Autostrassen. Doch das heisst nicht, dass man nicht auf dem Fussgängerweg von Autos oder Töffli überrollt werden kann. Neee…

Rollerverkehr PekingEs gilt grundsätzlich: „Je mehr Metall, desto mehr Vortritt“!!

Da kann es schon vorkommen, dass man auf dem Fussgängerweg geht und plötzlich einen halben Herzinfarkt bekommt. Da ein Auto 2cm hinter den Beinen fährt und 2 Minuten auf die Hupe drückt.

Auch die Elektro- Motorroller kommen überallher geschossen und Hupen was das Zeug hält. Es gibt sogar Modelle, die die ganze Zeit Hupen sobald man los fährt.

Es kommt aber auch vor, dass man auf einem 5m breiten Fussgängerweg von einem Hupenden Elektroroller (das Gefährt ist noch 50m entfernt) angehupt wird. Als Schweizer gehen wir an den Rand des 5m breiten Wegs. Und trotzdem verfehlt einem der Rückspiegel des Roller nicht. „AUA„!   Ellenbogen schmerzen durchzucken mich!

Das Passiert natürlich Marc nur einmal. Ab da immer vorbereitet, geht er immer Frontal auf die Roller zu. Das hilft, denn das veranlasst sie zum Bremsen. Nicht etwa wie bei uns mit den Bremsen.

Sondern die Füsse auf den Asphalt stellen und schschschleifen.

Ah wie konnte ich es vergessen. Die Bremsen funktionieren nicht. Also jeweils im letzen Augenblick einen Schritt zur Seite nicht vergessen. Sonst begrüsst die Rollergabel das Familienglück.

Noch etwas kurioses ist uns aufgefallen. Kinder werden immer getragen. Es kommt selten vor das ein Ehepaar einen Kinderwagen vor sich her schiebt. Vati oder Mutti tragen die kleinen. Auch lustig ist, dass die Kinder welche noch nicht ganz Stubenrein sind, Hosen tragen welche im Schritt durchgehend offen sind. Die Kinder haben keine Windeln an.

Biene Maja

Sobald die Eltern merken, dass das Kind ein Geschäft verrichten muss wird die nächste Mülltonne aufgesucht. Hopp das Kind darüber gehalten und los. Das kleine oder grosse Geschäft wird verrichtet.

Immer wenn ich das so sehe, denke ich an die Manschen die nach Petflaschen oder Aludosen alle Abfalleimer durchsuchen… Igitt!

Das nachfolgende Bild ist bisher mein bester Schuss. Schaut mal genau was Biene Maja da macht…

Und zum Schluss noch ein paar Worte zum Beitragsbild. Ich weiss jetzt, dass ich anders aussehe. Nadine und ich verzieren jetzt etliche Urlaubsschnappschüsse von Chinesen.

Ich stelle mir vor, dass ich sicher über dem ein oder anderen Kamin hänge oder den Nachttisch verziere.

Mit der Aufschrift:“In Erinnerung an den Frühling als ich den grossen Weissen traf“!

Fall jemand mal das Gefühl hat die „fifteen minutes of fame“ nicht erfahren zu haben. Geht einfach nach China. Da bekommt ihr eure Stunden….

Für die die es bis hier geschafft haben… Danke für die Aufmerksamkeit. Jetzt geht es mir besser 😉